30.10.2019

Absatz von Steinkohlenflugasche ist 2018 nur leicht gesunken.

Aktuelle Daten zur Vermarktung und Prognose zur Verfügbarkeit.

Der Absatz von Kraftwerksnebenprodukten war im vergangenen Jahr nur leicht rückläufig. „In Anbetracht der im vergangenen Jahr noch umfänglichen Förderprogramme für die Wind- und Sonnenkraft sind wir allerdings mit dem Ergebnis zufrieden“, erklärt Burkhard Jakobuß, Vorsitzender im Wirtschaftsverband Mineralische Nebenprodukte e.V. (WIN) am Rande einer Vorstandssitzung in Düsseldorf. „Im Jahr 2018 wurden in Deutschland insgesamt 2,588 Mio. Tonnen Flugasche vermarktet, davon allein 92,5 Prozent für die Beton- und Zementherstellung.“ Auch die anderen Produktgruppen wie Kesselsand als Leichtzuschlag im Beton oder als Ausgangsstoff für die Herstellung von Kultursubstraten und auch der Absatz von REA-Gips weisen eine ähnliche Entwicklung auf. Die zunehmende Unsicherheit der Kraftwerksbetreiber im Kontext der Klimaschutz-Debatte und dem geplanten Abschalten der Kohlekraftwerke oder auch längere Revisionen habe die Situation für Vermarktung und Logistik im vergangenen Jahr nicht leichter gemacht.

Die Empfehlungen der sog. „Kohlekommission“ und die aktuelle Umsetzung in das Klimaschutzprogramm 2030 bestätigen den bereits eingeschlagenen Pfad der politisch gewollten Reduzierung fossiler Brennstoffe im Strom-Mix. „Allerdings haben wir in Deutschland die Situation, dass wir im Jahr 2022 die Atomkraft abschalten werden und der Neubau von Wind- und Solarkraftanlagen erheblich ins Stocken gekommen ist,“ so der Verbandschef weiter. „Im ersten Halbjahr 2019 wurden weniger als einhundert Windräder neu aufgestellt. Bis zum Jahr 2030 müssen aber gut 30.000 Anlagen hinzukommen, sollte z.B. der geplante Umstieg auf e-Mobilität im Verkehrssektor gelingen. Hinzu kommt, dass der Energiebedarf aufgrund fehlender Stromtrassen von Nord nach Süd nicht überall aus regenerativen Quellen erzeugt werden kann.“

Hier zeige sich, dass die aktuellen Freitagsdemonstrationen in der Hauptstadt insbesondere aber am jeweiligen Wohnort dazu führen, dass Plan-/ und Baumaßnahmen für die gewünschte Klimawende nur sehr zögerlich vorankommen. Da der regenerativ erzeugte Strom noch nicht in dem Umfang gespeichert werden könne, um Windflauten und dichte Wolkendecken über einen längeren Zeitraum zu überbrücken, würden die effizienten Steinkohlekraftwerke weiterhin zur erforderlichen Grundlast beitragen, damit genügend Energie bedarfsgerecht verfügbar ist.

„Mit dem 2018er Absatz von Flugasche liegen wir nur gut sechs Prozent unter dem Vorjahresniveau“, ergänzt Andreas Hugot, Stellvertretender Vorsitzender bei WIN. Das Geschäftsjahr 2018 war durch einen langen warmen Sommer geprägt, der auch die Binnenschifffahrt durch niedrige Wasserstände in den Flüssen und damit die Transportsituation deutlich eingeschränkt habe. „Mittels optimierter Service- und Logistikmaßnahmen und Flugasche-Importen konnten die WIN-Mitglieder eine Versorgung in vielen Bereichen auffangen. Allerdings war dies durch die geringere Produktion in einzelnen Kraftwerken nicht in jeder Region gleich gut möglich.“

Man stelle allerdings erfreut fest, dass die Betonkunden ihr Produktangebot neu justieren und Flugasche zunehmend dort einsetzten, wo besondere Anforderungen an den Beton erfüllt werden müssen. So sei Beton mit Flugasche bei hohem Wiederstand z.B. gegen Angriffe von Sulfat oder Chlorid die beste Wahl. Auch bei der Reduzierung der Hydratationswärme massiger Bauteile tragen die Eigenschaften der Flugasche optimal zur Qualität der Spezialbetone bei. Verbesserte Sichtbetonoberflächen durch eine Bindemitteloptimierung und eine gute Verdichtungswilligkeit oder Pumpfähigkeit des Betons runden das Leistungsspektrum ab.

„Die ungebrochen hohe Nachfrage aus der Beton- und Zementindustrie und die geplante schrittweise Umsetzung der CO2-Einsparungen im Energiesektor mit dem mehrjährigen Bedarfsmonitoring machen uns zuversichtlich,“ so Hugot weiter, „dass die WIN-Mitglieder auch im kommenden Jahrzehnt noch wertvolle Kraftwerksnebenprodukte für den effektiven Einsatz in der Bauwirtschaft anbieten können.“ Das trage genauso zur Ressourceneffizienz bei, wie es helfe, die Ökobilanz von Beton mit dem Einsatz von Flugasche per se zu verbessern.

Der vollständige Pressemeldung kann hier heruntergeladen werden.

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