21.02.2020

Flugasche-Mengen in Cross Border Statistik 2018 stabil.

ecoba veröffentlicht Daten über den grenzüberschreitenden Transport

Die ecoba (European Coal Combustion Products Association) hat die Jahresdaten 2018 für den grenzüberschreitenden Transport von Flugasche veröffentlicht. „Die europäischen Zahlen für 2018 zeigen uns, dass Export und Import von Flugasche mit rund 2,5 Mio. Tonnen nur einen leichten Rückgang von 3,8 Prozent aufweisen und relativ stabil geblieben sind. Eine ähnliche Entwicklung hatten wir in Deutschland: Hier wurden insgesamt 2,588 Mio. Tonnen vermarktet, davon allein 92,5 Prozent für die Beton- und Zementherstellung“, erklärt Thomas Kaczmarek, WIN-Geschäftsführer, auf den heute beendeten Ulmer Betontagen 2020 in einem Pressegespräch.

„Mit dem 2018er Absatz lagen wir nur gut sechs Prozent unter dem Vorjahresniveau zurück. Bei dem Produktionsrückgang haben uns die Importe aus den Nachbarländern geholfen, viele Kundenanfragen zu erfüllen. Das war auch im vergangenen Jahr 2019 der Fall.“ Mit dem Reduzierungspfad für die Kohlekraftwerke werden auch die Mengen vieler Sekundärrohstoffe für die Bauwirtschaft sukzessive zurückgehen. Das betrifft REA-Gips wie auch Flugasche für Beton oder Kesselsand für den Einsatz als Kultursubstrat oder im Straßenbau gleichermaßen.

Betonkunden setzen Flugasche bereits zunehmend nur noch dort ein, wo besondere Anforderungen erfüllt werden müssen. So ist Beton mit Flugasche bei hohem Wiederstand z.B. gegen Angriffe von Sulfat oder Chlorid die beste Wahl. Auch bei der Reduzierung der Hydratationswärme massiger Bauteile tragen die Eigenschaften der Flugasche optimal zur Qualität der Spezialbetone bei. Verbesserte Sichtbetonoberflächen durch eine Bindemitteloptimierung und eine gute Pumpfähigkeit des Betons runden das Leistungsspektrum ab. Darüber hinaus trägt Flugasche genauso zur Ressourceneffizienz bei, wie es hilft, die Ökobilanz von Beton zu verbessern.

Zwar sei in Europa in allen Staaten erkannt, dass CO2 reduziert werden müsse, die Wege dorthin seien im neuen EU „Green Deal“ aber unterschiedlich. „Auch wenn in Deutschland vornehmlich die Strom- und Wärmerzeugung durch Kohlekraftwerke auf dem Index steht, bleibt die politische Verantwortung erhalten, eine stabile und bezahlbare Versorgung mit Strom oder Heizwärme für die Gesellschaft und für unseren kraftvollen Wirtschaftsstandort bei wachsendem Energiebedarf sicherzustellen“.

Bis Ende 2022 werden rund 14 Prozent der Stromerzeugung mit dem Ausstieg aus der Atomkraft in der Grundlast fehlen. Bisher sind die Erneuerbaren Energien (EE) nicht so weit, diese Lücke zu schließen. Auch neue Erdgas-Kraftwerke werden nicht so schnell an den Start gehen können. Der Bau von Windrädern, Solarfeldern oder den wichtigen Stromtrassen für den Transport des Offshore-Stroms bleibt in vielen Gemeinden Deutschlands in Bürgerinitiativen hängen.

„Hier kommen wir keinen Schritt weiter, wenn die Freitagsdemonstrationen ein Einlenken im Großen und Ganzen einfordern, aber vor der eigenen Haustüre keine Umsetzung für erneuerbare Energieträger oder die Kabel-Infrastruktur zulassen“, so Kaczmarek weiter. Im vergangenen Jahr wurden nur rund 300 Windräder neu gebaut – fünfmal so viel müssten es aber pro Jahr sein, wenn der Wachstumspfad für EE auf 65 Prozent bis 2030 gelingen soll.

Hinzu kommt, dass der Bedarf an Stromleistung deutlich steigen wird: Während die Bundesregierung von einem konstanten Gesamtbedarf von etwa 600 Terawattstunden (TWh) bis 2030 ausgeht, errechnet das Fraunhofer Institut über 680 TWh und das Energiewirtschaftliche Institut der Uni Köln sogar einem Anstieg auf 748 TWh, begründet u.a. mit dem Anstieg von elf auf 75 TWh aus dem elektrifizierten Verkehrssektor und mit der Erzeugung von CO2-neutra¬lem Wasserstoff (plus 55 TWh).

„Im Lichte dieser Bedarfsentwicklung bleiben wir zuversichtlich, dass trotz der im Kohleausstiegsgesetz geplanten schrittweisen Reduzierung der Kraftwerke im vorgesehenen Monitoring, beginnend 2022, erkannt wird, dass die effizienteren Steinkohlekraftwerke nach dem Atomausstieg noch länger zur Sicherung der Grundlast und damit zur Versorgungssicherheit werden beitragen müssen,“ erläutert Kaczmarek. „Und somit gehen wir davon aus, dass die WIN-Mitglieder weiterhin noch große Mengen dieser wertvollen Rohstoffe für den effektiven Einsatz in der Bauwirtschaft anbieten können“.

Der vollständige Pressemeldung kann hier heruntergeladen werden.

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