29.06.2020

Infraleichtbeton – Neues aus Forschung und Praxis

Die hohen Anforderungen zum Energiesparen lassen sich meist nur mit einer extra hergestellten Wärmedämmung erfüllen. Infraleichtbeton mit seinen hervorragenden Wärmedämmeigenschaften und seiner dennoch hohen Tragfähigkeit bietet dem Architekten die Möglichkeit, Außenwände monolithisch aus Beton zu erstellen – sogar in Sichtbetonqualität.

„Dabei müssen Rissbildungen infolge der hohen Bindemittelgehalte und eine hohe Hydratationswärmeentwicklung betontechnologisch vermieden werden,“ erklärt Thomas Kaczmarek, Geschäftsführer des WIN e.V. Erfahrungen zeigen, dass dies durch den Einsatz von Flugasche sicher gelingt. Infraleichtbeton vereint Tragfähigkeit mit Wärmedämmung in einem monolithischen Baukörper ohne zusätzliche Dämmstoffe oder komplexe Wandaufbauten, was das Recycling und den Rückbau des Gebäudes enorm vereinfacht. Das hat u.a. das Forschungsteam der Universität der Bundeswehr München bereits für das Wohnhaus Thalmair in Aiterbach entwickelt: bit.ly/infraleichtbeton.

Der hochwärmedämmende Infraleichtbeton verfügt über eine noch geringere Rohdichte als Leichtbeton. Das Verdichtungsmaß entspricht bei der hier eingesetzten Rezeptur der Klasse C4. Damit die Wärmeleitfähigkeit optimiert und gleichzeitig die Hydratationswärmeentwicklung im Beton moderat gewährleistet werden konnten, kam Blähglasgranulat als Leichtzuschlag sowie ein CEM II/B-S 42,5 N zusammen mit Flugasche und Silikasuspension zum Einsatz.

Weitere Objekte mit Infraleichtbeton sind in dem WIN-Anwendungsbericht „Sichtbeton im Wohnungsbau“ detailliert erläutert: bit.ly/Sichtbeton. Der Anwendungsbericht beschreibt die hohen Anforderungen an Sichtbeton als Ausdruck von Konstruktion und Baustoff und dokumentiert dazu vier aktuelle Beispiele im Wohnungsbau. „Alle Maßnahmen zur Energieeinsparung und damit CO2-Reduzierung im Wohnungsbau sind wertvolle Maßnahmen zur Verbesserung des Klimaschutzes,“ so Kaczmarek. Durch die lange Lebensdauer eines Betongebäudes werden zudem aufwendige Instandsetzungszyklen vermieden. „Hinzu kommt, dass der nachhaltige Einsatz von Flugasche mit ihren sehr geringen Umweltparametern zur Ressourceneffizienz beiträgt und zugleich die Ökobilanz von Beton per se verbessert.“

Als Nachweis dazu wird auf die öffentlichen Plattform ÖKOBAUDAT der Bundesregierung verwiesen, die bereits viele Daten für Bewertungssysteme wie DGNB, BREAM, oder das Concrete Sustainability Council (CSC) kostenfrei bereitstellt: bit.ly/oekobaudat.

Der vollständige Pressemeldung kann hier heruntergeladen werden.

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