03.07.2020

Kohleverstromung endet 2038.

Steinkohlekraftwerke können bis 2033 zur Sicherung des Energiebedarfs beitragen.

Spätestens 2038 soll in Deutschland das letzte Kohlekraftwerk stillgelegt werden. Mit dem heute vom Bundestag beschlossenen "Gesetz zur Reduzierung und zur Beendigung der Kohleverstromung" werden jetzt die energiepolitischen Empfehlungen umgesetzt. Die wichtigsten Fakten:

Bis zum Jahr 2022 wird der Anteil der Kohlverstromung durch Steinkohle- und Braunkohlekraftwerke auf jeweils rund 15 Gigawatt reduziert. Bis 2030 sind dann weitere Reduktionen auf noch rund acht Gigawatt-Leistung bei den Steinkohle-Kraftwerken und neun Gigawatt-Leistung bei den Braunkohle-Kraftwerken vorgesehen. Bis 2038 soll der Ausstieg aus der Kohleverstromung spätestens abgeschlossen sein. Ältere und wenig effiziente Steinkohlekraftwerke werden im Zeitraum bis 2026 über Ausschreibungsverfahren mit einer finanziellen Entschädigung stillgelegt. Als Anreiz für diese „frühzeitige“ Stilllegungen werden die jeweiligen Höchstpreise degressiv ausgestaltet: Wer die geringste Entschädigung fordert, bekommt den Zuschlag. Für junge Kraftwerke mit einem Baujahr ab 2010 wird dann auch geprüft, ob es außerhalb dieses Systems nach 2026 noch eine weitere Kompensation geben kann.

Das Gesetz gebe die Richtung in der Klimawende vor: „Sofern Deutschland seine Umweltziele bis 2030 erreichen will, müssen ab jetzt in jedem Jahr z.B. über 1.000 zusätzliche Windräder an Land in Betrieb gehen“, erklärt Verbandsgeschäftsführer Thomas Kaczmarek. „Im Jahr 2018 waren es allerdings nur gut 200 Windräder, vom erforderlichen Leitungsbau von der Stromquelle zum Verbraucher ganz zu schweigen.“ In vielen Kommunen lägen die Bauanträge aufgrund der Einsprüche von Bürgern oder Umweltverbänden auf Eis. „Die Kraftwerksbetreiber sind Willens, den vereinbarten Reduzierungspfad einzuhalten. Allerdings kommen wir bei der Klimawende nicht weiter, wenn im Großen die Abschaltung gefordert und im Kleinen der Ausbau Erneuerbarer Energien verhindert werde.“

Auf den ansteigenden Strombedarf und die Gefahr einer Versorgungslücke nach dem Atomausstieg 2022 wird inzwischen an vielen Stellen hingewiesen. „Die Auswirkungen der schrittweisen Stilllegung von Kohlekraftwerken auf die Versorgungssicherheit sollen nach dem Gesetz regelmäßig überprüft werden“, begründet Thomas Kaczmarek das vorgesehene und sinnvolle Monitoring, das bereits den Atomausstieg im Jahre 2022 begleiten und 2026, 2029 und 2032 fortgesetzt werde. Nach deren Ergebnissen werde entschieden, ob der finale Ausstieg 2038 vorgezogen werden kann oder ob der Reduktionspfad noch ggfs. angepasst werden müsse. „Wir dürfen unsere Anstrengungen der nationalen Klimawende nicht mit Atomstrom aus Frankreich oder dem Import von Braunkohlestrom aus Osteuropa konterkarieren“, warnt WIN-Geschäftsführer Thomas Kaczmarek.

Insgesamt soll der letzte Kohlemeiler spätestens 2038 vom Netz. Ein Vorziehen auf 2035 ist nach möglich, sofern die neuen Stromquellen aus Erneuerbaren Energien, Speichertechnologien und Leitungsinfrastruktur eine dauerhafte und regelmäßige Stromversorgung sicherstellen können.

Die vollständige Pressemeldung kann hier heruntergeladen werden.

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