27.03.2020

Steinkohlekraftwerke sind für Strom und Wärme derzeit unersetzbar.

Keine gesetzliche Stilllegung ohne angemessene Entschädigung.

Die Kraftwerksbetreiber werden den Kohleausstieg umsetzen und sie investieren zudem in eine klimafreundliche Energieerzeugung. Sie stehen zu ihrer Verantwortung, für ihre Kunden gleichzeitig eine jederzeit sichere Strom- und Wärmeversorgung zu gewährleisten. Etwa drei Viertel der Steinkohlekraftwerke sind Anlagen, die zugleich Strom und Wärme produzieren (Kraft-Wärme-Kopplung). Gleichzeitig investieren die Unternehmen erhebliche Summen in den Ausbau der Erneuer­baren Energien, damit die Energiewende gelingt.

Mit dem schrittweisen Ausstieg aus der Kohle muss zwingend der weitere Ausbau der Erneuerbaren Energien einhergehen. Das ist in den vergangenen Jahren allerdings ins Stocken geraten. Seien es die Widerstände gegen Windräder einerseits oder die Ablehnung von zusätzlichen Hochspannungsmasten oder Erdkabeln andererseits, damit der Strom zum Beispiel von den Windparks in der Nordsee auch in den Industriegebieten in Bayern oder Baden-Württemberg ankommt.

Erforderlich ist zudem ein Ausgleich für eine vorzeitige Stilllegung von Kraftwerken, damit Betreiber wie Stadtwerke oder Kommunen nicht in eine finanzielle Schieflage geraten. Die Be­treiber der jüngeren effizienteren Steinkohle-Kraftwerke haben seinerzeit die Blöcke gebaut, die jetzt stillgelegt werden sollen. Diese Investitionen sind kreditfinanziert. Es muss den Unter­nehmen möglich sein, diese Kredite zu bedienen und gleichzeitig in den notwendigen Ausbau der Erneuerbaren Energien zu investieren. Es geht hier um keine Kleinigkeit, sondern um einen schwerwiegenden Eingriff in das Eigen­tum von Unternehmen. „Es darf grundsätzlich keine gesetzliche Stilllegung von Steinkohle­kraftwerken ohne angemessene Entschädigung geben,“ fordert WIN-Geschäftsführer Thomas Kaczmarek. Man müsse die Entschädigungsleistung, die für Braunkohlekraftwerke gelte, auch für die effizienteren Steinkohlekraftwerke diskriminierungsfrei mit Rechtskraft vorsehen und nicht einfach per Gesetz stilllegen.

In Süddeutschland werden inzwischen Stimmen laut, dass die verbleibenden Steinkohleblöcke nach dem Atomausstieg die einzige Garantie für eine verlässliche Grundversorgung mit Strom und Wärme darstellen und nicht einfach per Datum und Gesetz bis Ende 2026 abgeschaltet werden können. So äußerte sich auch unlängst Baden-Württembergs Umweltminister Franz Untersteller und fordert noch Korrekturen beim Kohleausstieg.

„Steinkohlekraftwerke reagieren flexibler, effizienter und vor allem umweltschonender als die anderen konventionellen Kraftwerke,“ erklärt Kaczmarek. „Sie können schnell auf volle Leistung gehen – immer dann, wenn es notwendig ist“. Denn mit dem Ausbau von Wind- und Sonnenenergie schwankt auch die Stromproduktion immer stärker. Um das permanent auszu­gleichen, werden mangels geeigneter Speichermedien weiterhin besonders flexible konventio­nelle Kraftwerke noch gebraucht.

Die verschiedenen Produktionsprozesse bei konventioneller Stromerzeugung machen es deutlich: Kraftwerke müssen möglichst schnell die Leistung verringern oder erhöhen können, je nachdem, wie sich die oftmals schwankende Einspeisung der Erneuerbaren Energien (EE) oder die Stromnachfrage verändert. Und mit dem Blick auf eine CO2-Reduzierung und die Klimaverbesserung kann es nicht optimal sein, wenn konventionelle Erzeuger darauf ausgelegt sind, im Dauerbetrieb zu laufen, wie zum Beispiel Braunkohlekraftwerke.

Der Strombedarf wird in den kommenden Jahren deutlich ansteigen. Vor einer Stromlücke und der Gefahr eines Blackouts warnte jüngst auch Andreas Schierenbeck, Chef des Energie­konzerns Uniper. Im Lichte dieser Bedarfsentwicklung und der bevorstehenden Abschaltung der Atommeiler im Jahre 2022 müssen etwa 12 Prozent gesicherter Leistungskapazität ersetzt werden. Der Verband bleibt zuversichtlich, dass dazu die effizienteren und flexibleren Stein­kohlekraftwerke zur Sicherung der Grundlast und damit zur Versorgungssicherheit beitragen werden, bis die EE gesichert gespeichert oder in einem neuen Leitungsnetz transportieren werden kann.

„Wir begrüßen das im Zuge der geplanten schrittweisen Reduzierung der Kraftwerke vorgese­henen Monitoring und gehen davon aus, dass die WIN-Mitglieder auch weiterhin noch große Mengen an Strom- und Wärmeleistung bereitstellen und die wertvollen Nebenprodukte wie Flugasche, REA-Gips oder Kesselsand als Rohstoffe für den effektiven Einsatz in der Bauwirt­schaft anbieten können“.

Diese Internetseite ist ein Service des
Wirtschaftsverbandes Mineralische Nebenprodukte e.V.

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